COPD und mentale Gesundheit

Ein gesunder Geist lebt in einem gesunden Körper – das wussten schon die alten Römer. Sie wussten aber auch, dass Wünschen alleine nicht reicht. Wir müssen auch etwas unternehmen, um uns diesem Ziel zu nähern. Und das ist einfacher, als du jetzt vielleicht denkst.
Nein, du musst nicht ab sofort dein ganzes Leben ändern und alles radikal umkrempeln, um den Grundstein für deine mentale Gesundheit und dein allgemeines Wohlbefinden zu legen. Es reicht schon, wenn du an einigen Stellschrauben drehst und im Alltag darauf achtest gut mit dir selbst umzugehen.
Mens sana in corpore sano – dieser Leitsatz gilt auch umgekehrt: Eine gesunde Psyche ist wichtig für das gesamte Wohlbefinden des Menschen. Psychische Gesundheit macht uns stark. Sie hilft Schmerz und Enttäuschung besser zu verkraften und lässt uns das Leben genießen.
Hier und heute geht es um deine mentale Gesundheit und wie du dich fühlst. Hier und jetzt kannst du mit einem kurzen Check selbstherausfinden, wie es dir wirklich geht, wie es um deine mentale Gesundheit steht, wie du dein psychisches Wohlbefinden stärken kannst und was du für dein inneres Gleichgewicht tun kannst.

Selbst-Check: Mentale Gesundheit
Beim Thema Gesundheit denken wir meist an den Körper. Wir schützen ihn vor Umwelteinflüssen, vor Unfällen, vor Krankheiten. Aber achten wir auch darauf, wie wie es uns wirklich geht? Wie geht dir im Moment? Ehrlich! Bewerte jede Aussage auf einer Skala von 1 bis 5: [1] immer [2] oft [3] manchmal [4] selten [5] nie
- 1. Ich schlafe gut… [ 1 ][ 2 ] [ 3 ] [ 4 ] [ 5 ]
- 2. Ich fühle mich innerlich ausgeglichen,,, [ 1 ] [ 2 ] [ 3 ] [ 4 ] [ 5 ]
- 3. Ich habe Freude an dem, was ich mache… [ 1 ] [ 2 ] [ 3 ] [ 4 ] [ 5 ]
- 4. Ich kann gut abschalten und entspannen…[ 1 ] [ 2 ] [ 3 ] [ 4 ] [ 5 ]
- 5. Ich nehme mir bewusst Pausen im Alltag… [ 1 ] [ 2 ] [ 3 ] [ 4 ] [ 5 ]
- 6. Ich habe Menschen, mit denen ich offen spreche…[ 1 ] [ 2 ] [ 3 ] [ 4 ] [ 5 ]
- 7. Ich gehe freundlich mit mir selbst um… [ 1 ] [ 2 ] [ 3 ] [ 4 ] [ 5 ]
- 8. Ich bin klar und mit mir selbst im Reinen…. [ 1 ] [ 2 ] [ 3 ] [ 4 ] [ 5 ]

Auswertung:
8-16 Punkte: Achtung – mentale Überlastung möglich! Vielleicht ist es an der Zeit, etwas zu verändern oder Hilfe zu suchen. 17-26 Punkte: Durchwachsen – achte gut auf dich. Es gibt Bereiche, die du stärken kannst. Kleine Schritte machen oft den Unterschied. 27-40 Punkte: Gute Balance – mach weiter so! Du scheinst im Gleichgewicht zu sein. Pflege, was dir guttut – regelmäßig.
Körper und Psyche – ein Wechselspiel
Viele Menschen mit COPD leiden nicht nur unter Atemnot, Husten und körperlicher Erschöpfung, sondern auch unter Ängsten, Niedergeschlagenheit oder sogar Depressionen. Diese psychischen Belastungen entstehen häufig aus dem Gefühl, weniger leistungsfähig zu sein oder nicht mehr aktiv am Leben teilnehmen zu können. Das Selbstwertgefühl leidet, soziale Rückzüge nehmen zu – ein Teufelskreis beginnt.
Wer körperlich aktiv bleibt und seine Gesundheit gezielt stärkt, schützt auch die mentale Gesundheit. Bewegung, gute Ernährung und ein aktives Krankheitsmanagement können depressive Symptome mindern und das emotionale Wohlbefinden verbessern. Warum ?
- 1. Bewegung steigert das Selbstvertrauen
Regelmäßige körperliche Aktivität – angepasst an das individuelle Leistungsvermögen – kann Atemnot reduzieren, die Muskelkraft verbessern und das Körpergefühl stärken. Wer Fortschritte bemerkt, fühlt sich weniger hilflos. Dieses Gefühl der Selbstwirksamkeit ist ein wichtiger Schutzfaktor gegen psychische Belastungen. - 2. Besserer Schlaf und weniger Erschöpfung
Körperliche Aktivität hilft, den Schlaf zu verbessern. Ein erholsamer Schlaf wiederum ist wesentlich für die Regeneration – sowohl körperlich als auch mental. Müdigkeit und Schlafmangel sind häufige Auslöser von Reizbarkeit, Angst und depressiver Verstimmung. - 3. Weniger Ängste durch Training der Belastbarkeit
Atemnot kann Angst auslösen – und Angst kann Atemnot verstärken. Durch gezieltes Training lernen Betroffene, mit Belastung besser umzugehen. Das baut Vertrauen in den eigenen Körper auf und reduziert Angstattacken. - 4. Soziale Teilhabe durch Aktivität
Körperliche Aktivitäten – sei es ein Spaziergang, Atemtraining oder eine Lungensportgruppe – fördern auch soziale Kontakte. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann seelisch entlasten und Einsamkeit vorbeugen. - 5. Gesunde Routinen fördern die mentale Stabilität
Ein strukturierter Alltag mit Bewegung, Atemübungen und gesunder Ernährung schafft Verlässlichkeit. Das gibt Sicherheit und Stabilität – besonders in Zeiten, in denen COPD-Symptome zunehmen.
Fazit: Körperliche Gesundheit ist kein „Luxus“ im Leben mit COPD – sie ist ein Schlüssel zur Lebensqualität. Wer sich bewegt, auf sich achtet und den Körper stärkt, tut auch der Seele etwas Gutes. Schon kleine Schritte können viel bewirken. Dabei gilt: Nicht Überforderung, sondern Regelmäßigkeit zählt. Am besten in Rücksprache mit Ärzt*innen oder Therapeut`innen.
Tipps für mehr Wohlbefinden

Hand auf´s Herz! Wie geht es dir momentan? Bist du in Stimmung und kommst du gut zurecht? Oder fühlst du dich ausgelaugt und kämpfst damit, deinen Alltag zu bewältigen. Fühlst du dich gesund und glücklich? Hast du Freude am Leben? Wenn nicht, dann hier dir gute Nachricht: Es gibt einige Schritte, die die helfen können, deine mentale Gesundheit zu stärken.
Auf eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und den Verzicht auf Suchtmittel achten
Regelmäßige körperliche Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sind essenziell für das eigene Wohlbefinden. Dabei müssen wir nicht sofort in einem Fitnessstudio anfangen, sondern wir können unsere körperliche Aktivität schrittweise aufbauen. Eine ausgewogene Ernährung fördert nicht nur die Gesundheit, sondern verbessert auch die Stimmung, während Alkohol auf Dauer dem Körper und auch dem Geist nur schadet, Um sich rundum wohlzufühlen, ist nicht zuletzt auch ausreichender und erholsamer Schlaf wichtig. Ein ausgeruhter Körper und Geist sorgt dafür, dass wir frisch und energiegeladen fühlen.
Näheres unter Einfach gesund essen / Gesund bewegen / Besser ohne Alkohol / Schlaflos durch die Nacht? / Mit Energie in den Tag
Achtsam sein – mit sich selbst und im Umgang mit anderen
Indem wir uns auf den gegenwärtigen Moment konzentrieren und unsere Gedanken, Gefühle und Empfindungen bewusst wahrnehmen, können wir achtsamer durchs Leben gehen. Regelmäßige Achtsamkeitsübungen wie Meditation, Atemtechniken oder Yoga helfen, Stress abzubauen und innere Ruhe zu finden. Ein starkes soziales Netzwerk kann das Wohlbefinden erheblich steigern. Dabei spielen Familie, Freundinnen und Freunden sowie gute Beziehungen und Kontakte eine entscheidende Rolle.
Näheres unter Beziehungen und Kontakte
Die eigene Stärke nutzen und optimistisch sein
Jeder von uns hat ganz individuelle Fähigkeiten – zum Beispiel Neugier, Kreativität, Urteilsvermögen, Ehrlichkeit, Tapferkeit, die Fähigkeit zu lieben, Sinn für das Schöne und…und..und. Wenn wir die vorhandenen Fähigkeiten einsetzen, und uns bewusst auf das konzentrieren, was wir gut können und worin wir stark sind, blüht unser Selbstwertgefühl auf. Und mit einer optimistischen Einstellung gelingt es uns nicht nur, neue Chancen und Lösungen zu finden, sondern auch unsere Ziele zu erreichen. Der direkte Weg zu einem besseren Selbstwertgefühl und stärkerer Resilienz.
Näheres unter Positiv denken / Einfach über den Dingen stehen
Für ausreichend Erholung und Entspannung sorgen
Kurze Pausen und regelmäßge Erholung wirken ungesundem Stress entgegen und führen zu mehr Ausgeglichenheit. Auch Entspannungsmethoden und Techniken wie Atemübungen oder Yoga können bei der Bewältigung von Stress helfen.
Näheres unter Mach mal Pause / Die Kunst des Nichtstuns / Zeit zum Leben / Raus aus der Stressfalle / Yoga / Progressive Muskelentspannung
Glücklich sein trotz COPD

Keine Frage, Krankheiten können uns aus der Bahn werfen. Muss es aber nicht. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen – auch und besonders bei einer chronischen Erkrankung. Wir müssen nur lernen, die Krankheit zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen.
Das Leben ist kein Wunschkonzert. Es bringt nichts, über die Krankheit zu jammern und über das eigene Schicksal zu nörgeln. So verschleißen wir nur wertvolle Energie und lassen uns durch eine Negativspirale nach unten ziehen.
Es ist so, wie es ist. Und es ist nicht einfach, wenn die Erkrankung das Leben im Alltag belastet. Die Nachteile und Einschränkungen müssen auch nicht verdrängt oder überspielt werden. Es lohnt sich aber, ihnen im eigenen Denken und Reden nicht mehr Raum zu geben als nötig.
Jetzt sind Akzeptanz, Anpassung und Mut gefragt. Wir können lernen, die Krankheit nicht als Schreckgespenst zu betrachten, sondern ihren Herausforderungen aktiv zu begegnen. Mehr noch: Wir können lernen, gut zu leben und glücklich zu sein – auch mit COPD. Es ist eine Frage der inneren Einstellung.
INSTITUT FÜR PRAKTISCHE LEBENSHILFE (IFPL) BERG
