
Einfach gesund essen…
Es gibt unzählige Ansichten über diese und jene Ernährungsweise. Und möglicherweise steckt in jeder ein Korn „Wahrheit“. Doch Vorsicht! Wenig von dem, was uns heute als gesunde Nahrung angepriesen wird, hält auch, was es verspricht. Im Gegenteil: Es enthält wenig von den Dingen der Körper wirklich braucht. Dafür aber viele Zusätze, die eher das Prädikat „Giftstoff“ verdienen.
Der erste Schritt zu einer gesunden Ernährung heißt Information: Wir dürfen nicht alles kritiklos hinnehmen, was uns als „richtige Ernährung“ vorgegaukelt, eingetrichtert und aufgetischt wird. Schließlich geht es um unseren Körper und unsere Zellen.
Der zweite Schritt heißt Aufmerksamkeit: Wir müssen uns mit der eigenen Ernährungsweise auseinanderzusetzen und allem, was wir unserem Körper zuführen, mehr Beachtung schenken. Aber bitte ohne ständigen Blick auf irgendwelche Vitamin-, Kalorien- und Inhaltsstofftabellen.
Der dritte Schritt heißt Mut: Wir müssen und dürfen auf unser ureigenes persönliches Gespür für das Vernünftige und Naturgemäße vertrauen, statt uns von anderen sagen zu lasse, was gesund für uns ist. Wir dürfen essen und trinken, was wir wollen – ohne Rücksicht auf unsinnige Vorschriften oder Verbote, angebliche Dick- oder Schlank-Macher und vor allem auch ohne jede Rücksicht auf irre Werbeversprechen und Patentrezepte nach „neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen“.
Schritt für Schritt einsteigen
Aller Anfang ist schwer. Doch die Umstellung auf die natürliche Ernährung ist einfacher als du vielleicht denkst. Zum einen müssen wir nicht lange nach einem Grund dafür suchen, zum andern müssen wir nur wenige Dinge in unserer Ernährung ändern. Und das auch nicht abrupt von heute auf morgen. Wenn du nun aber ernsthaft glaubst, ohne Rührei auf Toast und drei Wurstbrote zum Frühstück den Tag nicht überleben zu können, oder wenn Bratwurst mit Pommes dein Lieblingsgericht ist, dann verwandele einfach Schritt für Schritt deine Essgewohnheiten in gesunde Mahlzeiten.
Keine Angst, du musst ab sofort zum Frühstück nicht immer nur Müsli essen. Doch ein wenig frisches Obst kann bestimmt nicht schaden. Es wird dir auch nichts fehlen, wenn du bei den warmen Mahlzeiten ein paar minderwertige Dinge gegen vollwertige Lebensmittel austauschst – zum Beispiel Butter statt Margarine, kaltgepresste Öle statt der üblichen Bratfette, Vollkornmehl statt Weißmehl. Kurz gesagt: „Natürlich gesund ernähren“ heißt nicht „auf Geschmack und Genuss verzichten zu müssen“. Das Einzige, worauf du verzichten wirst, sind Magenbeschwerden und weitere Erkrankungen
Wenn du deine Essgewohnheiten Schritt für Schritt umstellst und deinem Körper Qualität statt Schrott zuführst, wirst du in Zukunft ganz bestimmt keiner Tüte Pommes, keiner Dose Mais und keinem aufgewärmtem Fertigfraß mehr nachtrauern. Du wirst dich höchstens fragen, warum du erst jetzt und nicht viel früher auf die Idee gekommen bist, dich natürlich lecker und gesund zu ernähren.
Tipps für eine gesunde Ernährung
„Natürlich gesund ernähren“ bedeutet nicht, dass du zum Veganer oder Vegetarier werden und ab sofort ganz auf Paella und Pizza, Fleisch und Wurst, Edamer und Eier verzichten musst. Wir sprechen nicht von einer Hungerkur oder Null-Diät, nicht von Vorschriften und Verboten – wir sprechen „nur“ von einer gesunden Ernährung, die möglichst viel Frischkost enthält.
- Gestalte deinen täglichen Speiseplan so vielfältig und abwechslungsreich wie möglich! Gib dabei öfter Vollkornprodukten den Vorzug. So bekommt der Körper ein Optimum an Nähr- und Ballaststoffen. Fange mit kleinen Mengen Vollkornbrot, Vollkornnudeln oder Naturreis an, damit sich der Magen an die neue Kost gewöhnen kann.
- Bringe täglich frisches Obst, Gemüse und Salat auf den Tisch – und zwar möglichst frisch und nicht erhitzt. Kein anderes Lebensmittel enthält so wenig Kalorien und gleichzeitig so viele wichtige Inhaltsstoffe. Frisches Obst, Gemüse oder ein knackiger Salat sind mehr als nur ideale Zwischenmahlzeiten und mit Sicherheit gesünder als schwere Kost, die nur im Magen liegt.
- Fleisch, Wurst, Eier und Käse sollten seltener auf den Tisch kommen. Regelmäßig auf den Speiseplan gehören jedoch frische Milch und fettarme Milchprodukte wie Joghurt und Quark.
- Gehe mit Fabrikfett in der Pfanne sparsam um und nimm statt „normalem“ Öl lieber kalt gepresste, nicht raffinierte Öle. Versuche außerdem, die Speisen nicht immer zu kochen oder zu braten, sondern auch mal zu dämpfen oder zu grillen.
- So unterschiedlich die Geschmäcker sind, so unterschiedlich sind auch die Essgewohnheiten. Auch und gerade in Bezug auf Anzahl und Größe von Mahlzeiten. Bevor du dir aber den Kopf darüber zerbrichst, wann und wieviel du essen sollst, solltest du besser einfach auf deinen Körper hören. Denn bei einer gesunden Ernährung meldet sich der Körper von selbst, wenn er etwas benötigt. Einfach immer nur dann essen, wenn sich der Hunger meldet und so viel, wie der Körper gerade braucht. Nicht mehr und nicht weniger!
- Richtig trinken ist ebenso wichtig wie gesund essen. Zu jedem Essen gehört auch ein Getränk. Dadurch wird die Nahrung leichter verdaulich. Im Übrigen solltest du sicherstellen, dass dein Körper regelmäßig eine Mindestmenge an Flüssigkeit erhält – und zwar bevor der Durst kommt. Dabei sind Kaffee oder Cola genau so wenig wie Bier oder Gin Tonic die geeigneten Durstlöscher.
„Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, würde er umgehend Bauer werden.“
Oliver Hassencamp (1921-87), Dt. Schriftsteller
Mindful Eating

In unserer Welt der Fastfood und Fertigkost wird im täglichen Stress oft nur zwischen Tür und Angel mit dem Handy am Ohr der Hunger gestillt. Doch zu einer gesunden Ernährung gehört auch bewusstes Essen. Das bedeutet, die Mahlzeit bewusst wahrzunehmen, mit allen Sinnen zu genießen und sich dafür auch die nötige Zeit zu nehmen.
Statt nur den Hunger zu stillen oder – schlimmer noch – einfach nur aus Gewohnheit oder Frust zu futtern, geht es beim Essen auch und vor allem darum, auf den Bauch zu hören. Der weiß genau, was er will, und braucht weder festgelegte Uhrzeiten oder Regeln noch den dritten Becher Kaffee gegen den Stress. Genau so wie wir bewusst trinken lernen können, können wir auch „Mindful Eating“ lernen. Hier ein paar einfache Übungen:
- Plane genug Zeit ein, konzentriere dich auf das Essen und iss in Ruhe!
- Nimm kleine Portionen, iss langsam und schmecke jeden Bissen bewusst!
- Vergiss das Kauen (mindestens 20 mal pro Bissen) nicht und iss jeden Bissen zu Ende!
- Nimm dir erst wieder etwas nach, wenn du genug gekaut und geschluckt hast!
- Leg kleinere Pausen ein und hör mit dem Essen auf, sobald du satt bist – egal wie viel noch auf dem Teller ist!
Du bist, was du isst
Gesunde Ernährung – klingt kompliziert und wissenschaftlich, ist es aber nicht. Wie es geht, erfährst du in diesem Praxis-Ratgeber. Lass dich überraschen, wie leicht und einfach gesunde Ernährung ist!
INSTITUT FÜR PRAKTISCHE LEBENSHILFE (IFPL) ROLF VON BERG
