Achtung! Exazerbation!

Bei allen chronischen Erkrankungen geht es mal besser, mal schlechter. Das ist bei der COPD leider etwas komplizierter: Es kann sich um einem sogenannte „Exazerbation handeln – einen echten Krankheits-Schub. Das heißt konkret: Der Husten und die Atemnot sind deutlich stärker, es bildet sich mehr Schleim, und zusätzlich treten allgemeine Krankheitszeichen wie Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Fieber auf. Du kannst es dir wie eine Spirale vorstelle, die sich nach unten dreht: Jede Exazerbation sorgt dafür, dass die COPD ein Stückchen schwerer wird. Das bedeutet: mehr Einschränkungen im Alltag und ein höheres Risiko für schwere Verläufe.
EXRTA-TIPP: Eine sogenannte Exazerbation kann plötzlich, manchmal aber auch eher schleichend, auftreten und unterschiedlich stark sein. Es ist wichtig, die Anzeichen einer Verschlechterung möglichst frühzeitig erkennen. Am besten versuchst du zuerst einmal herauszufinden, wie dein Körper tickt und wann er mit verstärkter Atemnot reagiert. Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin über deine persönlichen Risikofaktoren und erstelle gemeinsam mit ihnen einen individuellen „Atemnot-Plan“, der auf deine Bedürfnisse abgestimmt ist. Und ganz wichtig: Warte nicht ab, sondern vereinbare sofort einen Termin bei deinem Arzt oder deiner Ärztin, falls du eine akute massive Verschlechterung deiner Symptome bemerkst. Eine schwere Exazerbation ist ein medizinischer Notfall, der im Krankenhaus behandelt werden sollte.
Plötzliche Atemnot: Tipps für den Notfall
Sicher kennst du das auch: Längere Zeit geht es dir ganz gut und du hast die COPD im Griff. Dann jedoch nehmen plötzlich die Beschwerden zu und es kommt zu häufigerer und stärkerer Atemnot. Manchmal kann dies so stark ausgeprägt sein, dass es echte Ängste in dir auslöst. Was hilft?
- Bei einem COPD- Anfall gilt vor allem: Einen kühlen Kopf bewahren! Auch wenn es dir schwerfällt – versuche, ruhig zu bleiben, statt In Hektik zu geraten oder gar in Panik zu verfallen! Panik verengt die Atemwege und steigert die Atemnot noch zusätzlich. Atme bewusst weiter, auch wenn es nur kleine Atemzüge sind!
- Öffne ein Fenster oder sorge auf andere Weise für frische Luft. Kühle, sauerstoffreiche Luft kann helfen, die Atemnot zu lindern. Nimm eine atemerleichternde Haltung ein – zum Beispiel die Torwartstellung oder den Kutschersitz!
- Neben einer atemerleichternden Körperhaltung kann auch eine Atemtechnik wie die Lippenbremse rasch Linderung bringen und zur Beruhigung beitragen. Atme dabei langsam durch die Nase ein und langsam gegen einen leichten Widerstand durch die leicht geschlossenen Lippen wieder aus!
- Nimm, falls ärztlich verordnet, ein Notfallmedikament gemäß der Anweisung ein! Beobachte deinen Zustand: Werden die Symptome schwerer? Hast du Schmerzen in der Brust, bläulich verfärbte Lippen oder Fingernägel? Treten zusätzlich Fieber, häufigerer und stärkerer Husten oder Auswurf auf? Verschlechtert sich dein Zustand trotz der Maßnahmen oder bist du dir unsicher, was zu tun ist? Dann heißt es im Zweifelsfall sofort den Notruf (112) wählen und ärztliche Hilfe anfordern!
Nützliche Informationen
INSTITUT FÜR PRAKTISCHE LEBENSHILFE (IFPL)
