Besser ohne Rauch

„Rauchen ist tödlich“, lesen wir heute auf jeder Zigarettenschachtel. Keine Frage: Wer raucht, setzt sich einer großen Gefahr aus. Toxische Inhaltsstoffe im Zigarettenrauch schädigen die Atemwege und finden ihren Weg durch den Körper zu jedem Organ. Besonders betroffen sind die Lunge und das Herz-Kreislauf-System. Regelmäßiges Rauchen kann nichtheilbare Erkrankungen zur Folge haben und ist mit einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität verbunden. Asthmaanfälle werden häufiger, und das Krankheitsbild verschlechtert sich. Bei COPD ist die Lunge dauerhaft geschädigt und jede Zigarette begünstigt ein rasches Fortschreiten der Erkrankung und verstärkt die Symptome. Doch wie schaffe ich es, Nichtraucher zu werden?

Ich höre auf zu rauchen, ehrlich!
„Ich höre auf zu rauchen!“ Eine gesunde Idee. Und es soll Raucher geben, die es sofort können – von heute auf morgen. Aber die meisten werden trotz aller guten Vorsätze schnell wieder schwach. Denn der Körper und das Hirn haben sich so sehr an die Droge Nikotin gewöhnt, dass sie mit mittleren bis schweren Entzugserscheinungen reagieren, wenn ihnen der „Stoff“ ausgeht. Der Raucher kann dann an kaum etwas anderes mehr denken als an den scheinbar erlösenden Zug und greift zwanghaft zur Zigarette. Oder er steckt sich aus alter Gewohnheit eine Kippe an – zum Kaffee, nach dem Essen, beim Warten auf den Bus und ebenso unbewusst wie automatisch in unzähligen weiteren Situationen.
Wer regelmäßig raucht, ist nicht nur körperlich abhängig von Nikotin, sondern auch psychisch ans Rauchen gewöhnt. Der wichtigste und alles entscheidende Schritt, um erfolgreich das Kapitel „Rauchen“ abzuschließen, ist deshalb die eigene Motivation. Du musst nicht nur genau wissen, warum du mit dem Rauchen aufhören willst, sondern auch voll und ganz davon überzeugt sein, dass du das Richtige machst.
Aufhören oder nicht?
Mit dem Rauchen aufhören gelingt nur, wenn die innere Einstellung stimmt. Du musst dir selbst klar machen, warum du es willst und welche Vorteile es dir persönlich bringt. Nimm dir also ein paar Minuten Zeit und beantworte dir selbst die drei folgenden Fragen:
- Warum genau möchte ich aufhören zu rauchen ?
- Gibt es einen konkreten Anlass für meinen Entschluss, mit dem Rauchen aufzuhören?
- Was könnte passieren, wenn ich mit dem Rauchen aufhöre? Was befürchte ich? Welche Vorteile bringt es mir?
Rauchfrei werden. Besser leben

Wer nicht raucht, lebt besser und länger. Verzichtest du auf den „Rauchgenuss“, verbessern sich nicht nur der Geruchs- und Geschmackssinn deutlich. Die Haut sieht frischer aus, da sie wieder besser durchblutet wird. Unangenehmer Mundgeruch, der auf das Rauchen zurückzuführen ist, verschwindet. Die körperliche Fitness nimm zu. Und das Beste: Nach dem Rauchstopp verbessert sich zusehends die Lungenfunktion.
Nun soll Raucher geben, die die letzten Zigaretten verschenken, alle Rauchutensilien im Müll entsorgen und von heute auf morgen Nichtraucher werden. Leider funktioniert das nur sehr selten. Nichtraucher wirst du nicht von heute auf morgen. Es ist ein Prozess, der Disziplin und Geduld erfordert. Die meisten scheitern auf dem Weg zum Rauchstopp, weil sie sich nicht richtig darauf vorbereitet haben oder mit negativen Folgen wie schlechte Laune, Nervosität, gesteigertem Appetit oder unruhiger Schlaf zu kämpfen haben.
Kein Wunder also, dass der Tabak lockt. Wer aber die ersten rauchfreien Tage übersteht, hat die größte Hürde überwunden. Um der Verlockung zu widerstehen, braucht es vor allem eines: Motivation. Deshalb solltest du dir immer wieder dein Hirn von OFF auf ON schalten und dir bewusst machen, welche Vorteile es bringt, mit dem Rauchen aufzuhören:
- Reduzierung der Kurzatmigkeit
- Besserung der Blutdruckwerte
- Verminderung von Husten, Auswurf und Atemnot
- Verminderung der Infektanfälligkeit
- Verminderung des Herzinfarkt-Schlaganfall- und Krebsrisikos
- Erleichterung des Alltags und Steigerung der Lebenserwartung
PRAXIS-TIPP: Ob du rauchst oder nicht, hängt letztendlich immer davon ab, wieviel dir deine Gesundheit wert ist. Für die Funktion der Lunge macht es keinen großen Unterschied, ob du nur 3 Zigaretten am Tag rauchst oder mehr als 30. Wer aber ganz aufhört, dem bleibt die Lungenfunktion länger erhalten. Bei einer leichten bis mittelschweren COPD führt die Aufgabe des Rauchens zu einer Stabilisierung der Lungenfunktion. und vermindert so das Risiko einer automatischen Verschlechterung.
Aufhören und dabeibleiben
Rauchen schädigt nicht nur die Lunge sondern auch fast alle Organe bis hin zum Gehirn und der Psyche. Es gibt also jede Menge Gründe, damit aufzuhören und dauerhaft Nichtraucher zu werden. Neben der richtigen Motivation sind geeignete Mittel und Methoden für den Rauchstopp sowie Strategien, die einem Rückfall vorbeugen, gefragt. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt und lass dir dabei helfen, den für dich richtigen Weg zu finden!
Im Übrigen gibt es auch jede Menge nützliche und ausführliche Informationen sowie kostenlose Hilfsangebote im Internet wie zum Beispiel auf www.rauchfrei-info.de. Wenn der Rauchstopp nicht allein gelingt, können Online-Programme und spezielle Apps bei der Rauchentwöhnung helfen. Und gut zu wissen: Wenn eine Tabakabhängigkeit diagnostiziert wird übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten.

Durchatmen statt zur Zigarette zu greifen
Rückfälle sind ein normaler Teil des Raucherentwöhnungsprozesses. Wichtig ist, nicht zu verzagen und sich nicht entmutigen zu lassen, sonderm die Gründe zu verstehen und Strategien entwickeln, um in Zukunft besser mit der Situation umgehen zu können. So ist zum Beispiel die 3 A -Technik eine sehr hilfreiche Strategie, um bei Verlangensattacken stark zu bleiben. Merke dir einfach: Ablenken, Abwarten, Abhauen!
- Ablenken
Konzentriere dich gezielt und bewusst auf etwas Anderes. Tu etwas, das dich ablenkt – Handarbeiten, Abwaschen, Krimi lesen, ein Musikinstrument spielen, ein paar Hantelübungen, … oder lenke dich innerlich ab. Denke an einen schönen Moment oder an etwas, worauf du dich freust! - Abwarten
Halte dir vor Augen, dass die Verlangensattacke bald wieder vorbei ist! Verlangensattacken dauern meist nicht länger als fünf bis zehn Minuten. Und so etwas hast du bestimmt auch schon öfter gut überstanden. - Abhauen
Verlasse einen Moment die Situation, in der du dich gerade befindest! Bewege dich, vertritt dir kurz deine Beine, wasch dir deine Hände, öffne ein Fenster, schau in den Himmel und atme tief durch!
INSTITUT FÜR PRAKTISCHE LEBENSHILFE (IFPL) BERG

