Der Weg ist das Ziel

Wie sieht das perfekte Alter aus? Ganz einfach: Gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf. Ein interessantes Hobby und jede Menge gute Kontakte. Kein Stress und keine Probleme im Bett. Fit wie ein Turnschuh und geistig immer auf der Höhe. Zufrieden mit uns selbst und glücklich ohne Tabletten und Alkohol.

Logo! So können wir mit 110 noch über Tische und Bänke springen und mit dem Bären um die Wette steppen. Da wir aber Menschen sind und trotz aller Erfahrung und Altersweisheit immer noch alles andere als perfekt, fällt uns das, was uns in jungen Jahren schon nicht richtig gelungen ist, im Alter noch schwererer. Besonders dann, wenn wir eines Morgens aufwachen und nicht wissen, was wir mit dem Tag anfangen sollen.

Gerade im Alter heißt es aber, aktiv bleiben statt zu resignieren und sich zurückzuziehen. Untätigkeit bedeutet Stillstand und ist im Alter fast noch gefährlicher als zu wenig essen oder zu viel trinken. Statt uns auf dem Alter auszuruhen, bis wir uns nicht mehr bewegen können, müssen wir die neuen Chancen aufgreifen, die uns das Leben jetzt bietet. Wir müssen im eigenen Interesse eine Lebenskunst in uns entwickeln, die sich nicht der Untätigkeit verschreibt, sondern uns das dritte und vierte Lebensalter bewusst aufgeschlossen und neugierig erleben lässt.

Wir können uns bemühen, befreit von vielen Zwängen und mit mehr innerer Ruhe ein Leben nach unseren Wünschen zu führen, und jeden Tag, der uns geschenkt wird, dazu nutzen. Wir werden vielleicht nicht mehr ganz die körperliche und geistige Fitness unserer Blütezeit erreichen. Aber wir sind auch lange noch kein Fall für die Couch des Psychiaters oder den Spaten des Totengräbers. Und wir werden es auch so schnell nicht sein, wenn wir der zweiten Lebenshälfte einen Sinn geben und uns Ziele setzen.

Der Weg ist das Ziel“, sagt Konfuzius – die hohe Kunst des Alterns besteht darin, den Weg der Mitte finden.