Mit Wasser fit für jeden Tag

Trinken ist lebensnotwendig. Wenn wir über einen längeren Zeitraum zu wenig trinken, reagiert der Körper mit Müdigkeit und Schwäche, manchmal auch mit Verstopfung. Die Konzentration lässt nach und im Extremfall kann leichte bis mittlere Verwirrtheit die Folge sein. Aber welche Trinkmenge ist pro Tag für wen ausreichend? Was kann ich trinken und wie lösche ich meinen gesunden Durst?
Wie lösche ich den Durst?
„Durst wird durch Bier erst schön.“ Wer von uns kennt diesen Spruch nicht? Und außer Abstinenzlern hat so mancher von uns schon einmal am Abend einen über den Durst getrunken und danach am nächsten Morgen nicht nur mit einem ausgewachsenen Kater gekämpft, sondern auch eine gehörige Portion Nachdurst verspürt. Eine ganz normale Reaktion eines gesunden Körpers, weil alkoholische Getränke harntreibend wirken und der Körper somit im Schlaf eine Menge Flüssigkeit verloren hat. Den Durst beim Frühstück mit Kaffee zu löschen, ist in diesem Fall ausnahmsweise nicht verkehrt und in jedem Fall besser als mit Bier. Koffein geht zwar auch auf die Blase, entzieht aber dem Körper kaum Wasser.
Keine Frage: Der beste Durstlöscher ist und bleibt Wasser – egal ob Leitungswasser, Mineralwasser, Tafelwasser, Quellwasser oder Heilwasser. Wasser sorgt dafür, dass unser Körper kalorienfrei ausreichend mit Flüssigkeit versorgt wird. Alternativ können wir auch zu ungesüßtem Früchte- oder Kräutertee greifen. Fruchtsaftschorlen sind besonders im Sommer eine leckere Möglichkeit, um den Durst zu stillen, sollten aber aufgrund des Zuckers im Saftanteil nur in Maßen genossen werden. Ungeeignet als Durstlöscher sind hingegen stark zuckerhaltige Getränke, wie Limonaden, Cola oder pure Säfte. Und Milch eignet sich zwar als Energiebombe zu Frühstück aber nicht um den Tagesbedarf an Flüssigkeit zu decken.
Alkoholische Getränke sind als Durstlöscher denkbar schlecht geeignet und mit Vorsicht zu genießen – besonders bei sommerlichen Temperaturen. Bei Hitze und starker Sonneneinstrahlung erweitern sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt, der Körper verliert Flüssigkeit und es kann zu Kreislaufproblemen kommen – bis hin zum Kollaps und zu Bewusstlosigkeit.
Wie viel soll ich trinken?
Eine Faustformel für die notwendige Flüssigkeitsaufnahme pro Tag heißt: 30 ml pro Kilo Körpergewicht. Davon sollten 20 ml mit Wasser, anderen Getränken, Suppen, Kaffee oder Tee aufgenommen werden. Die restlichen 10 ml werden in der Regel durch den Wassergehalt von Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Salate, Fleisch, Fisch und Milchprodukte zugeführt. Konkret bedeutet das für eine 60 Kilogramm schwere Person einen Flüssigkeitsbedarf von 1,8 Liter pro Tag, wovon 1,2 Liter getrunken werden sollten. Für Personen mit einem Körpergewicht von 50 Kilo liegt der Flüssigkeitsbedarf bei 1,5 Liter pro Tag, von denen 1 Liter getrunken werden sollte. Bei einem Körpergewicht von 70 Kilogramm liegt der tägliche Flüssigkeitsbedarf bei 2,1 Litern. In Form von Getränken sollten dabei 1,4 Liter zugeführt werden. Wer soll sich das merken?
Niemand! Denn die pauschal empfohlene Trinkmenge von 1,5 bis 2 Liter täglich muss nicht immer richtig sein. Sportler zum Beispiel, sollten mehr Trinken, da sie beim Sport viel Flüssigkeit durch das Schwitzen verlieren. In der Sommerhitze oder nach einem Saunabesuch darf es generell etwas mehr sein. Und erst recht bei Erkrankungen wie Durchfall, Erbrechen oder Fieber, durch die der Körper viel Flüssigkeit verliert, die durch eine erhöhte Trinkmenge ausgeglichen werden muss. Besonders für ältere Menschen mit geringem Gewicht und kleinem Durst ist die oben genannte Faustregel eher belastend als hilfreich. Die kommen in der Regel ebenso gut wie gerne mit weniger aus.
Was soll ich trinken?
Mineralwasser (mit oder ohne Kohlensäure) und auch Leitungswasser sind bestens geeignet für eine ausreichende Versorgung. Abwechselnde Getränke sorgen für mehr Genuss beim Trinken. Gut sind Schorlen und ungesüßte Früchte- und Kräutertees. Süße Getränke, Limo oder Cola, Energy-Drinks und Kaffee sind hingegen nicht das Gelbe vom Ei.
Übrigens: Bier, Wein, Schnaps & Co. zählen bei der Ermittlung der täglichen Trinkmenge nicht. Im Gegenteil! Alkohol regt – ebenso wie schwarzer Tee und Kaffee – die Harnausscheidung an. Der Körper verliert Wasser, das nachgefüllt werden muss. Je mehr Alkohol wir unserem Körper zumuten, umso mehr Wasser braucht er, um nicht aus dem Gleichgewicht zu raten.

Geschmackvolle Drinks selbst herstellen
Lust auf einen Drink? Weshalb nicht einfach einen gesunden und leckeren Durststiller selbst herstellen? Zum Beispiel eine Karaffe mit Wasser füllen, Ingwer, Minze und ein paar Scheiben Zitrone hinzufügen und durchziehen lassen. Oder es mit Limette, Beere, Gurke und Orange ausprobieren. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Einfach die Zutaten nach Geschmack auswählen und nach Belieben kombinieren!

Tipps aus der Praxis für die Praxis
Trinke sofort nach dem Aufstehen ein Glas Wasser so wie zu jeder Mahlzeit.
Stelle morgens deine Trinkmenge für den Tag griffbereit zusammen.
Schenke dir direkt ein neues Glas (z. B. Wasser, Saftschorle) ein, sobald dein Glas leer ist.
Stellen die Getränke in Sicht- und Reichweite.
Achte darauf, auch dann etwas zu trinken, wenn du nicht durstig bist, denn ein Durstgefühl ist bereits ein Warnzeichen des Körpers.
Erinnerungsnotizen, ein Wecker, der alle 2 Stunden klingelt oder eine Smartphone-App können dir helfen, das Trinken nicht zu vergessen.
Abwechslung bei der Getränkewahl und das Verwenden von Lieblingsgläsern können ebenfalls hilfreich sein. Speziell geformte Gefäße oder Strohhalme erleichtern insbesondere älteren Personen bei Erkrankungen oder Beeinträchtigungen das Trinken.

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INSTITUT FÜR PRAKTISCHE LEBENSHILFE (IFPL) BERG
