Wer bin ich?
Wie gut kennst du dich? Wenn du guten Gewissens behaupten kannst, dich selbst zu kennen, dann herzlichen Glückwunsch! Erfahrungsgemäß kennen die meisten von uns sich nämlich so gut wie gar nicht. Wir ahnen nicht einmal, was wirklich in uns steckt.
Jeder einzelne von uns hat seine eigenen Wertvorstellungen und seine ganz persönliche Einschätzung davon, wer er ist und wie er ist. Jeder hat auch eine „ehrliche“ Meinung über sich selbst – über seine Talente und Fähigkeiten.
Wir alle haben ein geistiges und körperliches Bild von uns. Doch die meisten von uns leben mit einem falschen Bild von sich selbst – sozusagen mit einer Lüge. Höchste Zeit also, diesen Zustand zu ändern.
Weg mit dem falschen Bild
Ein neues Selbstbild entsteht nicht von heute auf morgen. Es fliegt uns auch nicht von alleine zu. Wir müssen daran arbeiten. Wir brauchen eine Technik, eine Methode, mit der wir unsere Meinung über uns selbst verändern können. Das kann Hypnose, Autosuggestion oder eine andere Art der Gehirnwäsche sein.
Alles schon vergeblich versucht? Zu aufwändig und anstrengend oder reinweg nicht dein Ding? Die gute Nachricht: Es gibt eine praktische und leichte Methode, mit der du dir Schritt für Schritt ein neues Selbstbild schaffen kannst. Und so einfach geht es:
Schritt 1: Entlarve Dich selbst
Schreibe in einer ruhigen Stunde alles auf, was du an dir auszusetzen hast – alle Dinge, die du an dir nicht magst. Die Liste hilft dir zu erkennen, was dir selbst an deiner Person weniger bis gar nicht gefällt. Lass dich nicht entmutigen, auch wenn die Liste etwas länger wird als gedacht. Kein Mensch ist makellos.
Wenn du damit fertig bist, schreibe eine zweite Liste mit allem, was du an dir magst. Charakterzüge, Eigenschaften und Fähigkeiten. Wetten, dass es mehr sind, als du auf den ersten Blick vielleicht vermutest! Diese Liste zeigt dir nicht nur, was wirklich gut an dir ist, sondern auch und vor allem, welche Möglichkeiten du hast, so zu werden, wie du es dir eigentlich wünschst. Nun liegt es alleine nur an dir, es auch zu erreichen.
Schritt 2: Drehe dich um
Mit Blick auf deine Möglichkeiten kannst du jetzt in deinem Kopf ein neues Selbstbild schaffen, in dem du jeden einzelnen Punkt deiner Negativliste vornimmst und ihn in Gedanken ins positive Gegenteil umwandelst. Aus „Ich komme immer zu spät“ wird zum Beispiel „Ich kann mich früher auf den Weg machen“. Aus „Ich schaffe es nie“ wird „Ich packe es jetzt an“.
Drehe dich einfach selbst um! Schließe deine Augen und stell dir vor, du wärst schon genau so, wie sein möchtest! Oder stell dich vor den Spiegel, schau dir direkt in die Augen und sage laut: „Ich bin so, wie ich sein will. Ich bin einfach super.“
Wiederhole die Übung immer wieder – auch wenn es dir am Anfang schwer fallen sollte oder sich vielleicht alles in dir dagegen sträubt, weil du das Gefühl hast, dich selbst zu belügen.
Hör nicht auf deinen inneren Kritiker, der dich nur davon abhalten will, dein Selbstbild zu ändern, und dir deshalb immer wieder einredet, dass dieser „Blödsinn“ nie und nimmer funktionieren kann. Wenn du diese Übung täglich wiederholst, wirst du dich immer wohler in deiner Haut fühlen.
Schritt 3: Notiere deine persönlichen Erfolge
Jeder Punkt auf deiner Liste ist jetzt ein Ziel, auf das du hinarbeiten kannst. Notiere in einem Kalender oder einem Erfolgs-Journal, welche Fortschritte du machst. Es muss sich um nichts Weltbewegendes handeln, jeder kleine Schritt zählt. Mit der wachsenden Anzahl der Einträge wird sich Dein Selbstbild zunehmend verbessern. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen wachsen enorm.
Schritt 4: Nimm Dich selbst an
Viele von uns haben nie gelernt, richtig mit Kritik umzugehen. Mach dir einfach klar: Die Kritik eines Menschen ist nicht anderes als seine ganz persönliche Meinung. Ein anderer kann schon wieder etwas ganz anderes denken.
Hör dir Kritik offen an, sei bereit etwas dazuzulernen, aber entscheide immer in aller Ruhe, ob du dieser Meinung überhaupt folgen willst oder lieber nicht. Akzeptiere Kritik, aber lass dich nicht dadurch herunterziehen oder manipulieren!
Ziehd dich nicht selbst herunter! Denke daran, dass Kritik auf Fehlern beruht. Niemand ist perfekt. Jeder hat Schwächen und Fehler. Auch du darfst Fehler machen. Finde heraus, was schief gelaufen ist, und mach es beim nächsten Mal besser. Fehler bieten uns eine tolle Möglichkeit, uns zu verbessern.
Im Übrigen gilt: In der Regel wird Kritik aus Ignoranz und nicht unbedingt absichtlich oder böswillig geäußert. Und wenn du zu dir selbst stehst, bist du ohnehin bestens gegen alle Kritik gewappnet. Du kannst jeden Nadelstich, jede negative Bemerkung einfach an dir abprallen lassen. Du bist nicht mehr verletzlich.
Schritt 5: Lobe dich selbst
Mit etwas gutem Willen und ein bisschen Training wirst du jeden Tag etwas finden, das du gut gemacht hast. Warte nicht darauf, dass andere dich dafür loben. Gewöhne dir an, dich selbst zu loben! Eigenlob stärkt das Selbstwertgefühl. Es stinkt nur für denjenigen, der denkt, dass Eigenlob stinkt.

Wenn dir dein Selbstbild nicht gefällt, befreie dich davon. Es ist nicht in Stein gemeißelt. Du kannst es jetzt verändern. Nur einer kann dich daran hindern – Du selbst.
INSTITUT FÜR PRAKTISCHE LEBENSHILFE (IFPL) BERG
