Sehnsucht nach Liebe

Alle Menschen sehnen sich nach Liebe. So sind wir nun mal gestrickt. Warum das so ist, dazu stehen je nach Perspektive unterschiedliche Theorien im Raum. So, so, oder so: Sehnsucht nach Liebe hat auf jeden Fall einen Sinn. Weil sie uns dazu motiviert, nach einem Menschen zu suchen, der uns ein Gefühl von Geborgenheit gibt und den wir unsererseits lieben können.

Gefährlich wird die Sache, wenn die Sehnsucht so stark wird oder so lange gefühlt unerfüllt bleibt, dass sie unser Leben überschattet und wir uns ihretwegen ohnmächtig und verzweifelt fühlen. Diese schmerzhaften Gefühle sind auch der Grund dafür, dass Menschen „Hals über Kopf“ jede Art von Beziehungen eingehen – immer mit der neuen Hoffnung, dadurch endlich die Eine oder den Einen gefunden zu haben und an sich binden zu können, der zu ihnen passt.

Lieben und geliebt werden

An sich ist die Sehnsucht nach Liebe normal und wir empfinden sie alle. Doch wenn sie uns langfristig quält, steckt etwas anderes dahinter. Menschen, die sich nach Liebe sehnen, tun dies oft, weil sie ohne Zuneigung oder emotionale Intimität aufgewachsen sind oder diese zumindest lange Zeit entbehren mussten. Diese Menschen betteln direkt um Zuneigung und bringen alle möglichen Opfer, um demjenigen zu gefallen, von dem sie Liebe erhoffen. Sie machen ihr Wohlbefinden und ihr Glück allein vom Verhalten des anderen abhängig. Und weil es ihnen an Selbstliebe mangelt, fallen sie immer wieder in einen unseligen Kreislauf von Hoffnung und Schmerz – ein Drama ohne Ende.

Grundsätzlich ist es nichts Schlechtes, Sehnsucht nach Liebe zu haben. Es macht uns unsere eigenen Bedürfnisse bewusst und kann uns gleichzeitig helfen, mehr über uns selbst zu erfahren. Wichtig ist nur, dass wir uns dabei von unseren Gefühlen nicht lähmen oder aus der Bahn werfen lassen. Um der Gefahr vorzubeugen, dass eine Liebesbeziehung nicht unnötig dramatisch und schmerzhaft wird, müssen wir lernen, mit den Gefühlen so umzugehen, dass sie uns nicht schaden, sondern stärken.

Selbstliebe vs. Verlustangst

Sich in eine x-beliebige Beziehung stürzen oder aus Angst in einer kaputten Partnerschaft ausharren, ist sicher nicht die beste Idee. Besser wäre, sich zu fragen, was hinter der Sehnsucht nach Liebe steckt. Ist es Einsamkeit, Liebeskummer oder der Wunsch nach Nähe und Zuneigung? Was brauche ich, damit sich meine Sehnsucht nach Liebe erfüllt anfühlt? Was wünsche ich mir in einer Beziehung/ Partnerschaft? Was genau fehlt mir hier und heute?

Wenn wir wissen, was uns ganz persönlich in unserem Leben fehlt, dann können wir unsere Gedanken bewusst darauf lenken, unsere Wünsche manifestieren und unsere Ziele darauf ausrichten. Um diese zu erreichen, bedarf es dann nur noch einer Portion Selbstliebe. Kurz gesagt: Wir müssen Freundschaft schließen – und zwar mit uns selbst!

Eine gesunde Selbstliebe ist die Grundlage für alles andere. Wenn wir es schaffen, uns selber voll und ganz zu akzeptieren – ja, sogar uns selbst zu lieben, dann öffnen sich uns Tür und Tor für die wahre Liebe und ein neues Leben. Für ein Leben, in dem wir uns nicht selbst im Weg stehen. Für ein Leben, in dem wir frei und unabhängig sind. Für ein glückliche Leben.


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INSTITUT FÜR PRAKTISCHE LEBENSHILFE (IFPL) BERG