Besser ohne Pillen, Kapseln und Pulver

Egal ob die Gelenke schmerzen, ein paar Kilo „Hüftgold“ verschwinden sollen oder die Nase läuft, der NEM-Markt bietet für fast jedes Anliegen Nahrungsergänzungsmittel: Von Hagebuttenpulver über Diät-Drink-Gemüse und Gelenk-Kapseln bis zu Multivitamin-Tabletten. Doch müssen wir unsere Nahrung überhaupt mit solchen Mittelchen ergänzen? Und wer von uns braucht diese Präparate wirklich?
Fast jeder greift im Laufe seines Lebens auf das eine oder andere Nahrungsergänzungsmittel zurück. Mehr als eine Milliarde Euro werden im Jahr für solche Präparate ausgegeben. Da wird bei einer sich anbahnenden Erkältung zu Vitamin C oder zu Zink gegriffen. Der Gefahr einer Osteoporose soll mit Kalzium und Vitamin D begegnet werden. Gegen häufige Muskelkrämpfe wird Magnesium empfohlen. Andere Mittel sollen den „Säure-Basen-Haushalt“ ausgleichen, das Immunsystem aufrüsten, die Fettverbrennung fördern oder die Gelenke vor Abnutzung schützen.
Viele von uns versprechen sich von den vielgepriesenen Präparaten nicht nur den Ausgleich eines Mangels, sondern wollen nach dem Motto „Viel hilft viel“ ihrem Körper eine Extra-Dosis Gesundheit gönnen. Einseitige Ernährung und andere Stressfaktoren sollen kompensiert und die körpereigenen Abwehrkräfte „aufgerüstet“ werden. Da können ja ein paar Vitamine und Mineralstoffe extra bestimmt nicht schaden. Zudem setzten sie darauf, dass sich auf diese Weise bestimmte Altersbeschwerden lindern und bereits eingetretene Gesundheitsschäden „reparieren“ lassen.
Allerdings stehen den großen Hoffnungen auf die Wirkungskraft dieser Präparate oft nur schlecht gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse gegenüber. Auch wenn uns die Hersteller etwas anderes glauben lassen wollen, ist die Einnahme von teuren Nahrungsergänzungsmitteln meist wenig sinnvoll oder unter Umständen sogar gesundheitsgefährdend. Ernährungs- und Gesundheits-Fachleute sind sich weitgehend einig, dass eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln auf eigene Faust nicht ratsam ist und bei einer abwechslungsreichen, ausgewogenen Ernährung bis auf wenige Ausnahmen auch völlig überflüssig.
Wie sinnvoll sind NEM?

Jeder von uns wünscht sich gesund zu sein. Fakt ist aber: Die große Mehrheit von uns lebt mehr oder weniger ungesund – auch und vor allem was unsere Ernährung betrifft. Wie sieht es bei dir aus? Stehst du auf Kapseln, Pillen und Pulver oder schwörst du vielleicht auf ein einziges Spezial-Nahrungsergänzungsmittel der Marke „Alles-in-einem“, welches dich – zumindest laut Hersteller – so gut ernährt, dass du eigentlich gar nichts mehr essen müsstest? Oder bist du inzwischen auch der Meinung, dass ein normaler Mensch nicht unbedingt seine Nahrung mit solchen Mittelchen ergänzen muss?
Nahrungsergänzungsmittel – egal in welcher Form oder Verpackung – gelten nach dem allgemeinen Lebensmittelrecht der EU (Verordnung (EG) Nr. 178/2002) als Lebensmittel. Sie sollen und können auch nur lediglich die Lücken in der Ernährung füllen – zum Beispiel dann, wenn es uns an der nötigen Zeit für die Beschaffung oder Zubereitung gesunden Essens fehlt. Und da sie immer nur wenige Bausteine der normalen Lebensmittel abdecken, können sie natürlich auch kein Ersatz für eine gesunde Ernährung sein.
Bei natürlich gesunder Ernährung bekommt der Körper alle Nährstoffe, die er braucht. Auf der anderen Seite kann eine einseitige, unausgewogene Ernährungsweise nicht durch Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden. Nur in bestimmten Fällen ist eine gezielte Ergänzung der Nahrung mit einzelnen Nährstoffen sinnvoll – zum Beispiel in der Schwangerschaft.
Merke: Wenn du nicht gerade schwanger bist, an einer Erkrankung leidest oder dich vegan ernährst, brauchst du bestimmt keine Nahrungsergänzungsmittel – eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung reicht aus. Wenn du hingegen den Verdacht hast, krank zu sein oder aus anderen Gründen an einem Nährstoff-Mangel zu leiden, dann lass dich ärztlich untersuchen und Krankheit oder Mangel fachgerecht diagnostizieren. Das ist in jedem Fall besser, als auf Basis fragwürdiger Versprechungen Nahrungsergänzungsmittel zu schlucken, die nur deinen Geldbeutel leeren
PRAXIS GESUNHEIT PUR:
Schmerz lass nach…
Schmerz lass nach! Akute oder chronische Schmerzen macht jeder von uns einmal durch. Die meisten greifen dann zu den gängigen Schmerzmitteln. Doch die haben oft unerfreuliche Nebenwirkungen. Immer mehr Menschen wird allmählich wieder bewusst, dass es auch natürliche und in jedem Fall gesündere Mittel gegen den Schmerz gibt. In dieser Ausgabe unserer Ratgeber-Reihe „PRAXIS GESUNDHEIT PUR“ erfährst du alles über den Segen und Fluch von Schmerzmittel und welche natürlichen Alternativen es gibt, die genauso wirksam oder sogar noch wirksamer als Aspirin & Co. sind.
INSTITUT FÜR PRAKTISCHE LEBENSHILFE (IFPL) BERG
