Ob in Bus oder Bahn, im Wartezimmer oder auf dem Sofa. Das Smartphone ist ständig und überall zur Stelle. Rund zwei Stunden täglich verbringen wir im Schnitt mit dem Handy, ständige Erreichbarkeit ist selbstverständlich. Die Folge: Wir können kaum noch abschalten, schlafen schlechter und sind mies gelaunt. Zeit für eine Auszeit, zum Abschalten!

Mal eben die Mails checken, schnell auf eine Nachricht antworten, kurz durch Social Media scrollen – und schon sind 30 Minuten vergangen. Kommt dir das bekannt vor? Keine Sorge: So geht es vielen. Smartphones sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Doch was passiert, wenn aus Gewohnheit ein Zwang wird? Wenn der Griff zum Handy zur Dauerschleife wird und echte Beziehungen, Konzentration oder Schlaf darunter leiden?

Always on – der ständige Griff zum Handy gehört für die meisten von uns zum Alltag: Handys sind im Dauereinsatz. Smartphones werden für alles rund um Kommunikation und Ablenkung genutzt: Sie dienen als Wecker, Kalender mit Alarmfunktion, Navigator oder auch mal als Übersetzungshilfe. Und auch das Vergnügen kommt mit Musik, Spielen und Videos nicht zu kurz. Das Smartphone erleichtert uns vieles. Doch mit den Möglichkeiten wächst auch die Versuchung. Kein Wunder, dass wir oft gar nicht merken, wie sehr wir am Bildschirm hängen.

Der durchschnittliche Deutsche verbringt laut Studien täglich über vier Stunden am Smartphone – Tendenz steigend. Besonders problematisch wird es, wenn das Handy nicht mehr Werkzeug, sondern ständiger Begleiter und Fluchtort wird. Und echt ungesund wird es – ähnlich wie bei Spielsucht oder Social-Media-Abhängigkeit – wenn der Griff zum Handy automatisiert ist und zum Zwang wird – trotz negativer Folgen für Gesundheit, Beziehungen und den Alltag.

Kreisen deine Gedanken ständig ums Handy? Greifst du reflexartig zum Smartphone – zum Beispiel in Warteschlangen oder während Gesprächen? Fällt es dir schwer, es bewusst wegzulegen. Glaubst du, ohne Handy nicht mehr leben zu können? Hast du das Gefühl. immer verfügbar sein zu müssen?

Ein radikaler Verzicht auf das Smartphone – zum Beispiel im Urlaub – bringt erfahrungsgemäß wenig. Denn kaum zurück im Alltag, fallen die meisten von uns in alte Gewohnheiten zurück. Dennoch: Eine digitale Auszeit macht Sinn und ist gut. Noch besser ist ein langfristiger gesunder Umgang mit Handy & Co. Eine digitale Entgiftung („Digital Detox“) kann der erste und entscheidende Schritt sein, um dauerhaft die richtige Balance zwischen Online und Offline zu finden. Hier einige praktische Tipps, mit denen du eine digitale Entgiftung leicht in den Alltag integrieren kannst:

Schritt 1: Ziele setzen

Überlege dir im Vorfeld, warum du eine digitale Entgiftung durchführen möchtest. Welche positiven Veränderungen wünschst du dir davon? Wie wird es deinen Alltag verändern und verbessern? :

Schritt 2: Umfeld informieren

Es ist wichtig, dein eigenes Umfeld zu informieren. Richte eine Ansage auf der Mailbox ein! Dann weiß jeder, dass du im Moment nicht übers Handy zu erreichen bist.

Schritt 3: Handyfreie Zonen festlegen

Lege Orte und Zeiten fest, an denen du Dein Smarttphone nicht bemutzt! Ganz vorne dabei: das Schlafzimmer. Vor dem Schlafen nochmal schnell die Nachrichten checken, ein paar Mails lesen, bei Facebook vorbeischauen – all das verhindert die dringend benötigte Entspannung. Besser: Das Handy aus dem Schlafzimmer verbannen.

Schritt 4: Alternativen entdecken

Um die Smartphone-Nutzung grundlegend zu reduzieren, greife auf analoge Alternativen zurück! Wecker, Armbanduhr, Taschenlampe, Notizblock und Landkarte machen den ständigen Blick aufs Smartphone unnötig. Das erleichtert dir auch, das Handy öfter zu Hause zu lassen – zum Beispiel bei einem Spaziergang oder beim Einkaufen.

Schritt 5: Gewohnheiten ändern

Jeder von uns kennt die Momente, in denen wir vollautomatisch das Handy zücken. Das kann zum Beispiel morgens nach dem Aufwachen, in der Bahn oder beim Warten an der Bushaltestelle sein. Lerne und übe Achsamkeit – statt bei jeder Gelegenheit zum Smartphone zu greifen. Lesen oder einfach die Seele baumeln lassen. Einfach mal abschalten!

Schritt 6: Abschalten, was ablenkt

Push-Nachrichten und News fordern Aufmerksamkeit und wecken die Neugier. Schalte die entsprechenden Funktionen stumm oder deaktiviere die Dienste! Dann kannst du selbst freier entscheiden, wann auch immer du News, Werbung auf Social Media oder Nachrichten von Freunden und Freundinnen hören und sehen willst.

INSTITUT FÜR PRAKTISCHE LEBENSHILFE (IFPL) BERG