Gesunde Ernährung? Das klingt alleine schon kompliziert und wissenschaftlich. Verwirrende, oft gegensätzliche Informationen aus den verschiedensten Ecken tragen ebenfalls nicht unbedingt zur Klarheit bei. Dabei ist es ziemlich einfach: Es geht es nicht ums Kalorienzählen oder Verzicht auf Schokolade, nicht um neueste wissenschaftliche Erkenntnisse oder sensationelle Entdeckungen. Es geht ganz einfach nur darum, unserem Körper genau das zu geben, was er braucht. Nicht mehr und nicht weniger!

Es gibt unzählige Ansichten über diese und jene Ernährungsweise. Möglich, dass in jeder ein Korn „Wahrheit“ steckt. Doch wenig von dem, was uns heute als gesunde Nahrung angepriesen wird, hält auch, was es verspricht. Im Gegenteil: Es enthält wenig von den Dingen, die der Körper wirklich braucht. Dafür aber oft jede Menge Zusätze, Ersatz- und Ergänzungsstoffe, die eher das Prädikat „Giftstoff“ verdienen.

Der erste Schritt zu einer gesunden Ernährung heißt Information: Wir dürfen nicht alles kritiklos hinnehmen, was uns als „richtige Ernährung“ vorgegaukelt, eingetrichtert und aufgetischt wird. Schließlich geht es um unseren Körper und unsere Zellen.

Der zweite Schritt heißt Aufmerksamkeit: Wir müssen uns mit der eigenen Ernährungsweise auseinanderzusetzen und allem, was wir unserem Körper zuführen, mehr Beachtung schenken. Aber bitte ohne ständigen Blick auf irgendwelche Vitamin-, Kalorien- und Inhaltsstofftabellen.

Der dritte Schritt heißt Mut: Wir müssen und dürfen auf unser ureigenes persönliches Gespür für das Vernünftige und Naturgemäße vertrauen, statt uns von anderen sagen zu lasse, was gesund für uns ist.

Wir dürfen essen und trinken, was wir wollen – ohne Rücksicht auf unsinnige Vorschriften oder Verbote, angebliche Dick- oder Schlank- Macher und vor allem auch ohne jede Rücksicht auf irre Werbeversprechen und Rezepte nach „neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen“. Ein ausgewogene und abwechslungsreiche Vollwertkost ist die Basis für eine natürlich gesunde Ernährung, die Leib und Seele zusammenhält. „Du bist, was Du isst.“

Alle sprechen von einer gesunden Ernährung. Aber keiner scheint eigentlich so genau zu wissen, was gesunde Ernährung in Wirklichkeit ist. Nur eines ist sicher: Der Mensch ist ein Allesfresser – und so mancher frisst auch wie ein Schwein.

Jeder von uns kann frei entscheiden, was er isst und trinkt, und hat damit einen großen Einfluss auf seine Gesundheit. Wie aber sieht nun eine gesunde Ernährung aus? Ganz einfach: Es ist die Ernährung, die unserem Körper das gibt, was er braucht. Die Ernährung, mit der wir, wenn wir krank sind, wieder gesund werden, und wenn wir gesund sind, gesund bleiben.

Was gehört zu einer gesunden Ernährung? Auch diese Frage ist im Grunde einfach zu beantworten: Alles, was nicht krank macht. Und natürlich auch alles, was die Gesundheit wiederherstellen und zur Erhaltung der Gesundheit beitragen kann.

Der erste Schritt zu einer gesunden Ernährung ist natürlch auch Information. Wir sollten möglichst immer wissen, was wir unserem Körper zum Verarbeiten geben. Nur so können wir eine Auswahl treffen und vermeiden, dass wir unseren Körper mit schädlichen oder gar giftigen Stoffen überfüttern. Es ist zum Beispiel gut zu wissen, dass der Verzehr von Fliegenpilzen, Quecksilber oder Sekundenkleber ungesund sein kann.

Auch zu wissen, dass verdorbene Lebensmittel giftig sein können, kann hilfreich sein. Wir sollten aber auch wissen, dass industriell verarbeitete Lebensmittel jede Menge Schadstoffe und Gifte enthalten können. Je „veredelter” und „verschönert” ein Lebensmittel ist, umso mehr Vorsicht ist geboten –besonders bei Fertigprodukten, Fertiggerichten und Fastfood.

Du musst kein Medizin-Studium absolviert haben, um einfach zu erkennen, was für dich gesund ist und was nicht. Mit einem kritischen Blick auf Herkunft und Herstellung der Nahrung sowie ein paar Kenntnissen über Verdauung und Stoffwechsel versteht jeder, dass natürliche Lebensmittel in jedem Fall gesünder sind als alle industriell verarbeiteten und künstlich hergestellten Lebensmittel.

Können wir alles über alle Lebensmittel wissen? Nein! Wir müssen es auch nicht. Jeder Mensch ist anders und reagiert auch auf unterschiedliche Lebensmittel anders. Deshalb können wir uns auch den Blick auf alle Vitamin-, Kalorien- und Inhaltsstofftabellen sparen. Und wir dürfen auch alle Ernährungsprogramme vergessen – egal, wie sie sich nennen, wie ausgeklügelt sie sind und was auch immer sie versprechen.

Wir ernähren uns gesund, wenn wir bewusst darauf achten, natürliche „Mittel zum Leben“ zu uns zu nehmen, die unsedren Körper rundum mit allem versorgen, was lebensnotwendig ist. Das erreichen wir ganz einfach mit einer vollwertigen Ernährung, die so weit wie möglich aus natürlichen Produkten besteht. Je natürlicher, desto wertiger!

„Natürlich gesund ernähren“ bedeutet nicht, dass duab sofort ganz auf Paella und Pizza, Fleisch und Wurst, Edamer und Eier verzichten musst. Wir sprechen nicht von einer Hungerkur oder Null-Diät, nicht von Vorschriften und Verboten – wir sprechen „nur“ von einer gesunden Ernährung, die möglichst viel Frischkost enthält. Je mehr, desto besser!

Aller Anfang ist schwer. Doch die Umstellung auf die natürliche Ernährung ist einfacher als viele denken. Zum einen müssen wir nicht lange nach einem Grund dafür suchen, zum andern nur wenige Dinge in unserer Ernährung ändern. Und das auch nicht abrupt von heute auf morgen.

Wenn du zum Beispiel ernsthaft glaubst, ohne Rührei auf Toast und drei Wurstbrote zum Frühstück den Tag nicht überleben zu können, oder wenn Kotelett mit Kartoffelsalat aus dem Supermarkt dein Lieblingsgericht ist, dann kannst du einfach Schritt für Schritt deine ungesunden Essgewohnheiten in gesunde Mahlzeiten verwandeln.

Du musst ab sofort zum Frühstück nicht immer nur Müsli essen, doch ein wenig frisches Obst kann bestimmt nicht schaden. Es wird dir nichts fehlen, wenn du bei den warmen Mahlzeiten ein paar minderwertige Dinge gegen vollwertige Lebensmittel austauschst – zum Beispiel Butter statt Margarine, kaltgepresste Öle statt der üblichen Bratfette, Vollkornmehl statt Weißmehl. Kurz gesagt: „Natürlich gesund ernähren“ heißt nicht auf Geschmack und Genuss verzichten zu müssen. Das Einzige, worauf wir früher oder später verzichten müssen, sind belastende Beschwerden und Erkrankungen.

Glaube mir: Wenn du deine Essgewohnheiten Schritt für Schritt umstellst und deinem Körper Qualität statt Schrott zuführst, wirst du ganz bestimmt keiner Tüte Pommes, keiner Dose Mais und keinem aufgewärmtem Fertigfraß mehr nachtrauern. Du wirst dich höchstens fragen, warum du erst jetzt und nicht viel früher auf die Idee gekommen bist , dich natürlich gesund zu ernähren.

Quelle: DGE

Eine Umstellung auf eine natürliche Vollwert-Ernährung ist einfacher als so mancher denken mag. Warum? Weil fast alles erlaubt ist. Hauptsache es schmeckt und der Körper bekommt alle wichtigen Nährstoffe, die er braucht. Nur die Ernährungsgewohnheiten müssen ein wenig geändert werden.

Wenn wir uns auf diese Ernährungsform einlassen, werden wir schon bald lernen, wie wir durch die richtige Menge und Zusammenstellung von Obst, Gemüse, Getreide und pflanzlichen Fetten fast alle Nährstoffe aufnehmen können. Und wir werden erstaunlich schnell feststellen und spüren, dass der gesunde Mix aus möglichst frischen und naturbelassenen Lebensmitteln, der auch den gelegentliche Genuss von Fleisch, Wurst und Fisch oder Milch, Käse und Eiern ausdrücklich einschließt, jede andere Ernährungsform und jeden Trend mehr als überflüssig macht. Wer sich nur annähernd an den Ernährungskreis hät, ist schon auf dem richtigen Weg.

Von heute an esse ich nur noch Möhren, Lauch und Kartoffel. Das sind gute Lebensmittel – Marmelade, Kuchen und Süßigkeiten aller Art sind Teufelszeug! Das ist ab sofort absolut tabu mich – genau wie Eis und Schokolade.

Wer so denkt, macht einen großen Fehler. Es gibt keine guten und bösen Lebensmittel. Deshalb macht es keinen Sinn, den Speiseplan radikal umzustellen und auf alles zu verzichten, was Sie gerne essen und Ihnen schmeckt. Viel erfolgversprechender ist es, Schritt für Schritt den täglichen Speiseplan so unmerklich umzustellen, dass die Lust am Essen bleibt und die Pfunde trotzdem schwinden. Abnehmen kann so etwas länger dauern, ist dann aber anhaltend.

Hauptsache ist, dass wir insgesamt auf eine ausgewogene Ernährung achten.Und die sollte hauptsächlich (ca. 70 Prozent) aus pflanzlicher Frischkost, aus Vollkornprodukten, Obst und Gemüse bestehen – weniger aus Fleisch und Fisch und noch weniger aus industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln und Burger & Co.

Wir haben die freie Auswahl aus allen Lebensmitteln. Wir müssen uns auch nicht täglich den Kopf darüber zerbrechen: „Was esse ich heute?“. Wir müssen uns an keinen komplizierten Speiseplan halten. Wir brauchen für Zubereitung der Speisen keinen Kochplaner. Wirkönnen ohne großen Aufwand täglich und saisonal wechselndes Vollwertiges auf den Tisch bringen und uns auch zwischendurch ein paar kleine „Extras“ gönnen. Hauptsache, die Mischung stimmt.

Besser gesünder essen!

INSTITUT FÜR PRAKTISCHE LEBENSHILFE (IFPL) ROLF VON BERG