Fasten ist gesund. Das wusste schon Hippokrates, der Vater der Heilkunde: „Wer stark, gesund und jung bleiben möchte, sei mäßig, übe den Körper, atme reine Luft und heile sein Weh eher durchs Fasten als durch Arznei.“

Es existieren verschiedene Methoden des Fastens. Eine der bekanntesten ist das Heilfasten nach Otto Buchinger, einem deutschen Arzt. Diese Form des Fastens findet oft unter ärztlicher Betreuung, teils sogar im Rahmen eines Klinikaufenthalts statt. Gegessen wird nicht, dafür umso mehr getrunken: Mindestens 2,5 Liter kalorienfreie Flüssigkeit am Tag, dazu kommen manchmal Gemüsebrühe, Obst- oder Gemüsesäfte. Wichtig dabei ist der Dreiklang aus Körper, Geist und Seele. Neben den medizinischen Aspekten und gegenseitiger psychosozialer Motivation zum Beispiel in Gruppensitzungen, soll hier auch eine spirituelle Dimension berücksichtigt werden.

Eine Variante des Heilfastens nach Buchinger ist die Molkekur. Die Flüssignahrung wird um Proteine angereichert, zum Beispiel durch Molke, ein Nebenprodukt der Käseherstellung. Eine weitere verwandte Methode aus der Naturheilkunde ist die F. X.-Mayr-Therapie, eine aus drei Stufen bestehende „Darmsanierungskur“. die sich in erster Linie auf Magen-Darm-Störungen konzenztriert – zum Beispiel mit einer Tee-Wasser- oder eine Milch-Semmel-Diät.

Besonders beliebt ist zurzeit das Intervallfasten. Dabei wird jeden Tag eine bestimmte Zeit lang aufs Essen verzichtet. Zum Beispiel bei der 16 : 8 Methode wird jeden Tag 16 Stunden lang am Stück auf ferste Nahrung verzichtet und in den restlichen acht Stunden des Tages ganz normal gegessen. Eine weiter Variante ist die 5 : 2 Methode: An fünf Tagen in der Woche wird normal gegessen, an zwei Tagen nur sehr wenig.

Bei der 1:1-Methode– auch alternierendes Fasten, Alternate-Day-Fasting oder Every-Other-Day-Fasting (EODF) genannt – wird jeden zweiten Tag gefastet. Das ist eine echte Herausforderung für den Körper. Wer sie ausprobieren möchte, sollte vorher immer einen Arzt befragen. Beim alternierenden Fasten ist es zudem besonders wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten, um den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen.

Fasten heilt und lässt Kilos schmelzen. Doch Vorsicht! Ob therapeutisches Heilfasten, Intervallfasten oder Scheinfasten – langjährige ungesunde Essgewohnheiten lassen sich nur schwer rauslöschen. Besonders dann nicht, wenn sich der innere Schweinehund dagegen sträubt und das Fasten zur Qual wird. Egal mit welcher Methode oder Kur auch immer.

Da ist es gut zu erfahren, wie sich ein einziger Tag ganz ohne feste Nahrung auf die Gesundheit und das  Wohlbefinden auswirken kann. Ganz einfach: Ein Fastentag pro Woche kann einen wesentlichen Anstoß zu einer gesunden Ernährungsumstellung geben. Er ist leicht durchzuhalten und kann auf Dauer, wenn gewünscht, auch ohne JoJo-Effekt überflüssige Kilos schmelzen lassen.

Wer freiwillig auf Nahrung verzichtet, reinigt seinen Körper und beugt damit Krankheiten vor. Wer regelmäßig einen Fastentag pro Woche einhält und gleichzeitig für moderate Bewegung sowie eine gesunde Ernährung sorgt, wird sich – ungeachtet der Ausgangsposition – sehr bald sehr viel besser, gesünder und leistungsfähiger fühlen.

  • Freiwillig auf feste Nahrung, auch wenn sie püriert ist, ganz verzichten.
  • Obst und Gemüsesaft sowie Gemüsebrühe (je Saft 1/ 4 Liter) ist erlaubt. Die Säfte am besten frisch gepresst oder entsaftet und mit Wasser verdünnt (2/3 Wasser, 1/3 Saft) trinken. Keine Smoothies!
  • In jedem Fall  mindestens zweieinhalb bis drei Liter Flüssigkeit in Form von Kräutertees oder Wasser trinken!
  • Am Tag vorher nicht überfressen. Letzte Mahlzeit (leichte Kost, kein Fleisch) gegen 18 Uhr einnehmen.
  • Den Tag mit Bewegung und Entspannungsübungen (beispielsweise ein Spaziergang an der frischen Luft) abrunden.

Wichtiger Hinweis: In der Regel ist ein Fastentag pro Woche unbedenklich. Nicht fasten sollten Kinder und Jugendliche, Schwangere und Stillende oder Untergewichtige. Auch Menschen mit Essstörungen oder seelischen Problemen ist wegen der psychischen Wirkung des Fastens abzuraten. Wer sich erst durch das Weglassen von Nahrung gut und glücklich fühlt, kann leicht in eine Art Abhängigkeit geraten.

INSTITUT FÜR PRAKTISCHE LEBENSHILFE (IFPL) BERG