Mensch ärgere dich nicht!“ kann ein unterhaltsames Spiel sein – außer für schlechte Verlierer und Heulsusen. Wir können den Namen des Spiels aber auch insgesamt als Aufforderung betrachten, danach Ausschau zu halten, was außerhalb eines verlorenen Spiels Ärger in uns verursacht. Und statt zu heulen oder aus der Haut zu fahren, können wir lernen, richtig mit Wut und Ärger umzugehen.

Ärger kann unsere Nerven zerrütten und sich nachteilig auf den Verdauungsapparat auswirken. Nicht selten rühren erhöhter Blutdruck, Magengeschwüre, Hautausschlag und Herzbeschwerden ganz alleine nur vom Ärger her. Es soll sogar Menschen geben, die sich zu Tode ärgern.

Dabei ist Ärger an sich ein wichtiges Gefühl, das produktiv sein kann, wenn wir lernen, es richtig einzusetzen. In jedem Fall ist es ein Gefühl, das wir zeigen dürfen, ja sogar müssen. Wie jedes Gefühl verflüchtigt sich aber der Ärger genau so schnell wie er kommt, wenn wir ihn nicht festhalten. So werden aus schlechten Verlierern Gewinner – im Spiel wie im Leben.

Statt uns zu ärgern und zurwütenden Bestien zu werden, heißt die Devise: zuerst einmal tief durchatmen und in Ruhe die Lage sichten. Auch Ärger ist ein Gefühl, das nicht ewig hält. In ein paar Minuten kann schon alles vorbei sein. Nüchtern betrachtet können wir – du und ich – uns ohnehin letztlich nur selbst ärgern. Beweis gefällig? „Ich (Subjekt) ärgere (Verb) mich (Objekt).“

PRAXIS-TIPP: Lass den Ärger zu, aber rege dich nicht über Dinge auf, die du nicht (mehr) ändern kannst! Und wenn es Personen sind, die deiner Meinung nach das Ärgernis in dir auslösen, dann sprich offen und ehrlich mit ihnen, ohne den Ärger in unangemessener Weise an ihm oder ihr auslassen zu wollen. Du kannst dir auch den Ärger auf einem Zettel „von der Seele schreiben“ und diesen dann verbrennen. Das hilft, ehrlich!

INSTITUT FÜR PRAKTISCHE LEBENSHILFE (IFPL) BERG