Ich habe Angst…

Gehörst du zu den Menschen, die schon beim Anblick einer Spinne in Panik geraten? Hast du Angst vor engen Räumen, oder Menschenmengen? Hast du Angst vor Spritzen oder leidest du an Flugangst? Nicht jedes Angstgefühl ist krankhaft und überhaupt keine Angst zu haben, kann lebensgefährlich sein. Angst erhöht unsere Aufmerksamkeit und hilft uns in gefährlichen Situationen richtig zu reagieren. Erst wenn die Angst zu lange dauert oder in Situationen auftritt, die eigentlich nicht gefährlich sind, liegt eine Angsterkrankung vor.

Was macht uns Angst? Es sind unsere Gedanken, durch die wir unsere Ängste hervorrufen. Wir haben von Natur aus eine gesunde Angst vor gefährlichen Situationen, aber auch eine erlernte und antrainierte, übertriebene und unangemessen Angst vor unangenehmen Ereignissen oder dem Unbekannten.

Beide Arten von Angst können wir überwinden, indem wir uns ihnen stellen. In den meisten Fällen reicht es schon, sie genauer anzuschauen und zu verstehen. Denn Furcht und Angst haben in den meisten Fällen weniger mit dem Heute zu tun als viel mehr mit der Vergangenheit oder der Zukunft.

Es sind Gefühle, von denen wir uns gut und gerne verabschieden können, weil es für sie hier und jetzt keinen vernünftigen Grund gibt – weder für die Angst vor dem schwarzen Mann aus Kindertagen noch die Furcht vor dem Weltuntergang im nächsten Jahr.

Es gibt eine ganze Reihe von Angstformen. Sie unterscheiden sich unter anderem darin, worauf sich das Gefühl bezieht und was es auslöst.

Eine Phobie ist eine Angststörung, die im schlimmsten Fall eine Panikattacke auslösen kann., die von körperlicheSymptomen wie Herzrasen, Schweißausbrüchen, Schwindel und Übelkeit begleitet wird.

Flugangst, Höhenangst, Angst vor freien Plätzen oder Menschenansammlungen, Angst vor bestimmten Tieren wie Spinnen oder Schlangen – auf der Liste der Phobien gibt es nichts, was es nicht gibt.

Jeder zehnte Erwachsene erlebt mindestens einmal im Jahr ohne große Vorwarnung und quasi aus dem Nichts eine Panikattacke. Ausgelöst wird die Panik meist durch extreme Anspannung – sei es auf Grund eines spezifischen, aktuellen Problems oder einer einschneidenden Situation im Umfeld.

Die Attacke kann Minuten, aber auch Stunden andauern und wird von dem Betroffenen als lebensbedrohend angesehen, was wiederum die Angst verstärkt. Ein Teufelskreis zum Verrücktwerden.

Dass wir uns Sorgen machen – zum Beispiel darüber, dass wir selbst oder ein liebe Angehörige schwer erkranken oder einen Unfall haben könnten, ist verständlich und auch ganz normal.

Leiden wir an sogenannten „generalisierten Angststörungen“, sind solche Sorgen jedoch deutlich stärker ausgeprägt. Dadurch wird nicht nur unser Alltag stark beeinträchtigt. Herzrasen, Magenprobleme, ständige innere Anspannung, Nervosität oder Schlafprobleme sind typische Folgen und Begleiterscheinungen der Angst ohne Grund.

Eine „subsyndromale Angststörung“ äußert sich mit ähnlichen Anzeichen wie die generalisierte Angststörung. Sie gilt jedoch gemeinhin als die „leichtere Form“.

Konstant andauernde Sorgen und Angstgefühle haben dennoch spürbare Auswirkungen auf die gesamte Lebensqualität. Wir sind unruhig, nervös, chronisch reizbar, müde und unkonzentriert. Und auch Schlafstörungen sind häufig die Folge, weil das Gedankenkarussell nachts nicht stillsteht.

Angst äußert sich körperlich unter anderem durch Pulsbeschleunigung, Erweiterung der Pupillen und Händeringen. Psychisch wirkt sie als Gefühl des Entsetzens und der Ausweglosigkeit. Der angstauslösenden Situation aus dem Weg zu gehen, klingt verlockend, verschlimmert aber die Situation. Die Angst bleibt und wird durch unrealistische Fantasie- und Katastrophenvorstellungen noch verstärkt. Sich der Situation zu stellen, wirkt hingegen der Angstspirale entgegen.

Setze dich bewusst den Situationen aus, die dir Angst machen! Wenn du es alleine schaffst, dann lass dir dabei helfen. – sei es von Familie oder Freunden, einer Selbsthilfegruppe oder auch mit einer Therapie, wenn die Angst zu groß ist. Scheue dich nicht bei Bedarf frühzeitig einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Angststörungen erfolgreich zu behandeln.

Ängste einfach verbrennen

Eine ebenso praktische wie einfache Methode mit Angstgefühlen umzugehen ist, die Ängste zu beschreiben und dann zu „verbrennen“. Nimm einen Zettel und schreibe auf, wovor du genau Angst hast! Du wirst schnell feststellen, dass es fast nur unbegründete oder undefinierbare Ängste sind, die sich in dir festgesetzt haben. Knülle den Zettel zusammen und verbrenne ihn! Du kannst zusehen, wie sich deine Ängste im wahrsten Sinne des Wortes in Asche auflösen.

Angstgefühle und dabei auftretende körperliche Symptome sind verstärkte, aber normale Stressreaktionen, die normalerweise nicht schädlich für unsere Gesundheit sind. Krankhafte Ängste hingegen schaden uns, lassen sich aber meist gut behandeln. Es verlangt nur ein wenig Geduld und Durchhaltevermögen, bis wir sie besiegt haben.

INSTITUT FÜR PRAKTISCHE LEBENSHILFE (IFPL) BERG