Bewusst trinken und genießen

Gehörst du auch zu den Menschen, die hin und wieder einem kühlen Hellen oder einem guten Tropfen Rotwein gegenüber nicht abgeneigt sind? Es sei Ihnen von Herzen gegönnt. Für alle, die nicht alleine schon aus gesundheitlichen Gründen besser ganz auf den Alkohol verzichten, sind normalerweise ein oder zwei Gläschen in Ehren nicht verboten. Auch ein Drink außer der Reihe und zu besonderen Anlässen kann in der Regel nicht wirklich schaden. Ein bewusster, mäßiger Alkoholkonsum kann sich unter Umständen sogar eher positiv auf das persönliche Wohlbefinden auswirken als totale Abstinenz – auch und gerade für ältere Menschen.

Vorsicht! Suchtgefahr!

Doch Vorsicht ist angebracht, wenn wir gegen die Trauer, gegen die Schmerzen oder einfach nur gegen die Langeweile trinken und Trinken zur Gewohnheit wird.  Erst recht, wenn wir das Gefühl haben, nicht mehr auf Alkohol verzichten zu können. Das ist ein klares Anzeichen dafür, dass etwas faul an der Sache ist. Wer Alkohol trinkt, um sich besser zu fühlen, erhöht sein Risiko, immer mehr zu trinken. So kann eine Abhängigkeit entstehen, welche die Gesundheit im Alter zusätzlich belastet – zumal die Alkoholverträglichkeit mit den Jahren ab und die mögliche Wechselwirkung mit Medikamenten zunimmt.

Die Tatsache, dass wir heute weniger Alkohol vertragen als früher, ist nur einer von vielen Gründe, die dafürsprechen, nicht mehr bei jedem Trinkspruch das Glas zu heben oder bei jedem Anflug von Rückenschmerzen zur Flasche zu greifen. Fakt ist, dass der Übergang vom Genuss zum Alkoholmissbrauch und zur Abhängigkeit fließend ist. Und das macht die Sache so gefährlich. Also Vorsicht!

Alkohol im Alter

„Ein Gläschen in Ehren“ ist nicht verboten. Doch Vorsicht! Alter schützt vor Torheit nicht – und auch nicht vor Sucht. Dieses Buch richtet sich besonders an alle älteren Semester, die den Alkohol als Freund und Helfer, Tröster oder Allheilmittel benutzen. Sie lernen den gesunden Umgang mit Alkohol, ohne dabei ganz auf ein Glas Wein oder Bier verzichten zu müssen. Ein etwas anderer Ratgeber für Senioren.

Trinken mit Genuss und Köpfchen

Wenn wir wissen, dass der Alkohol uns in bestimmten Situationen gefährlich werden kann, lohnt es sich, dieses Wissen zu unserm eigenen Vorteil zu nutzen. Letztlich hilft uns dieses Wissen zu einem verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit Alkohol. Jeder von uns, der seine Gehirnzellen noch nicht ganz verloren hat, kann bewusstes Trinken lernen.

„Bewusst trinken“ heißt in erster Linie „Bewusst genießen“. Wir können uns die Nase, das neue Auto oder den Ruhestand begießen. Wir können den Alkohol – von Aquavit bis Zombie – wahllos in uns hinein kippen. Wir können aber auch ein kühles Bier oder einen guten Wein mit allen Sinnen genießen – riechen, schmecken und auf der Zunge zergehen lassen. Bewusstes Trinken bedeutet aber nicht nur, beim Trinken den Genuss in den Vordergrund zu stellen, sondern auch den Denkapparat einzuschalten. Das Geheimnis liegt – wie bei allem, was wir tun – auch hier im „Gewusst wie“.

So lange du noch nicht abhängig bist, dürfte es dir auch nicht allzu schwerfallen, deine Trinkgewohnheiten zu verändern und dich selbst auf einen gesunden Umgang mit Bier, Wein und Co. einzustellen. Du kannst lernen, bewusst „mit Genuss und Köpfchen“ zu trinken.

HILFE BEI ALKOHOLPROBLEMEN

FÜR BETROFFENE UND ANGEHÖRIGE

INSTITUT FÜR PRAKTISCHE LEBENSHILFE (IFPL) BERG